Die Herrscher!

Verfasser Éctor de Azevedo

„Der König ist tot, es leben die neue Herrscher!“

Was war das Beruhigende an einer königlichen Herrschaft? Man wusste, wer der Herrscher war. Man sah den Despoten vor sich, wie einen Ausschlag und wenn es besonders schlimm juckte, kratzte man sich.
Doch wie ist es heute, wer sind die neuen Könige? Zunächst einmal, Sie würden sich selber niemals so bezeichnen, auch treten sie nicht in Erscheinung, sondern stehen am liebsten hinter dem Vorhang der öffentlichen Bühne. Wenn man es mit Platons Höhlengleichnis versuchte zu erklären, so wähnen sich die Herrscher ausserhalb der Höhle. Sie geben eine Struktur vor, die als Struktur nicht mehr in Frage gestellt und daher nicht erkannt wird.
Der Monarch früherer Zeiten war ein absoluter Herrscher, von ihm ging alle Gewalt aus. Das blöde war nur, das die Beherrschten das zu spüren bekamen und den König stürzten, wenn er all zu grausam wurde.

Von wem geht heutige Gewalt aus?

Gewalt erzeugt Reibung, was langfristig zu Ermüdung führt. Die wahren Herrscher üben niemals öffentlich Gewalt aus – ihre Gewalt ist strukturell. Man erkennt die wahre Ursache der Gewalt nur schwer. Was man sieht, sind Drohnen – sie fliegen lautstark am Himmel, doch die wahren Gründe für Drohneneinsätze, wie Geopolitik, Finanzpolitik, etc. finden nur schwer in den Focus der Wahrnehmung.

Wir leben in einer Plutokratie, oder Oligarchie, aber in keiner Demokratie, wie uns immer erzählt wird, und dessen wahren Herrscher genießen absolute Immunität. Sie stehen ausserhalb der Systemmaschine, die wir Gesellschaft nennen. Doch wie haben sie das geschafft? Wie wird man unsichtbar in unser medienverseuchten Welt?
Du benötigst Konzepte, die Menschen im Kampf gegeneinander beschäftigt halten – Menschen mit möglichst wenig Rückhalt, vereinzelt, entwurzelt, egoistisch, ängstlich, käuflich, schwach und bequem, etc.. Du manipulierst sie, am besten schon im Kindesalter, schaffst moralische Tabus und sorgst gleichzeitig für dessen Übertretung. Der Mensch muss sich schuldig fühlen, denn du brauchst die Scham der Menschen, um sie besser formen zu können.

Du nimmst die Massen obendrein in die Meinungszange, weil du das komplette politische Spektrum von links-mitte-rechts lieferst und es egal ist, für wen der Einzelne sich entscheidet. Doch wie bekommst du das hin? Du benötigst dafür Vertreter, Strohmänner, die sich für dich in die Schusslinie werfen, nicht wissend, das sie das freiwillig tun. Die Freiwilligkeit, der Menschen, am Spiel teilzunehmen ist von absoluter Bedeutung. Die Menschen, und das ist das perfide, müssen ihre Fesseln möglichst selbst anlegen. Doch wie schafft man das? Du setzt bei der Bildung an, hast die Medien und die Geldschöpfung in deiner Hand. Du brichst das Selbstbestimmungsrecht der Völker durch Entwurzelung. Schaffst einen kleinsten gemeinsamen Nenner!

Wie wäre statt Leben, Überleben. Überleben als sinnstiftendes Momentum, in Angst, zwischen Leben und Tod, als Tunnel am Ende des Lichts. So kämpft ein jeder, um sein Überleben und versteht nicht, das er nur eine Figur eines künstlich geschaffenen Spiels ist. Erkennst du den Spielentwickler, der ausserhalb des Spieles sitzt, der dir Regeln aufs Spielfeld wirft und du dankbar diese entgegen nimmst, um eine Sicherheit darüber zu erlangen, wie du dich auf dem Spielfeld bewegen kannst. Kannst du, wenn du diese Regeln akribisch verfolgst das Spielfeld verlassen?

Doch wer sind die Herrscher? Ich weiß, das ich die Frage umschiffe, wie eine pestbeladene Insel. Am Besten ließe sich das mittels eines Beispieles erklären. Beschreiben wir die Welt mit dem Monopoly-Spiel. Wir sind die Spielfiguren und schlagen uns mehr schlecht als recht. Meist bleibt bei dem Spiel einer übrig, der alle anderen ein kassiert hat. Unter den Spielfiguren brauchen wir die Herrscher nicht zu suchen. Hier bekämpfen wir uns gegenseitig und schwächen uns, wo wir nur können. Ist der Spielentwickler etwa der Herrscher, oder hat er die Struktur als Auftragsarbeit geschaffen, in dem das Spiel stattfindet. Eine Gesellschaftsform, die Menschen in einer Struktur hält, diese ordnet und am laufen hält. Hier sind nur Beherrschte!
Die Herrscher sind natürlich ausserhalb des Spiels zu suchen. Derjenige, der den Spieleentwickler beauftragt, ein Spiel zu entwickeln – dann kommen wir in die Nähe der Herrschaft. Das Spiel muss natürlich so konstruiert sein, das möglichst viele Spieler auf dem Spielfeld verbleiben, damit die Tatsache, das es ein Spiel ist nicht so schnell auffällt. Monopoly würde das nicht leisten, zu schnell kämen wir an den Schluss des Spiels.

Was ist das Spiel?

Es ist ein kaltes, seelenloses, abstraktstrukturelles Spiel, auf dessen Spielfeld wir inzwischen geboren werden, das wir mit der Muttermilch aufsaugen, wo wir zum Diener einer höheren, strukturellen Ordnung werden, nur um uns selbst auf dem Spiel nach vermeintlich oben zu kämpfen. Das ist genial – aber teuflisch genial! Die Herrschaft findet strukturell statt. Doch wer partizipiert am meisten von diesem Spiel. Einjeder, der nicht in die Einflusssphäre des Spielfelds geboren wird. Und wer kann das für sich behaupten? Dort sind die Herrscher zu suchen!

rubikon

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.