Das Eliten-Volk-Dilemma

Das Volk? – Untertanen 2.0

von hector haller

Wenn man sich über das Elite-Volk-Dilemma Gedanken macht, so kommt man schnell zum Schluss, das eine selbsternannte Elite, ein Volk benötigt, um sich überhaupt als Elite absetzen zu können, hingegen aber ein Volk nicht zwingend eine Elite. Ein Herrscher herrscht nur solange, wie es Beherrschte gibt. Man könnte sagen, na, dann ist doch alles in Butter. Wenn es so einfach ist, so schmeißen wir die Eliten doch einfach hinaus. In letzter Konsequenz wird das natürlich auch geschehen, doch bis dahin wird noch viel Wasser die Elbe hinunterfließen.

Die Eliten

Die Eliten haben ein Klassenbewusstsein, das selbsterhaltend wirkt. Die Nichteliten haben das leider nicht. Von daher ist es auch kein Zufall, das über 95 % der Medien, den sog. Eliten gehören. Herrschaftsmedien! Warum wohl gibt es in den meisten westlichen Ländern keine Reichensteuer, oder Erbschaftssteuer, etc. Sie wird medial und politisch einfach nicht gefordert. Hier entgehen dem Fiskus in Deutschland mehrere 100 Mrd. Euro pro Jahr. Viele Probleme gäbe es nicht, wenn man sich vorstellte, der Staat würde diese Mrd. in Infrastrukturprojekte stecken, das dann allen, also auch den Eliten zugute käme. Natürlich entfiele dem Milliardär ein Teil seines Vermögens – aus 20 Mrd., würden, z.B. 15 Mrd. werden. Armer Milliardär!

trickle-down-effekt

In den Wirtschaftsunwissenschaften werden immer wieder Regeln erfunden, die als Nebelkerze fungieren. So wurde doch tatsächlich behauptet, das es dem Gemeinwohl besser ginge, je besser es den Eliten geht. Sie dachten sich dafür extra einen Namen aus, den sog. „trickle-down-effekt“, der bedeutet, das Reichtum, wenn er nur in ausreichender Menge angehäuft würde, dieser nach unten, zu ärmeren Schichten tropfte. Bildlich gesprochen, von dem zu viel Zuckerguss, der über die Torte, über den Tisch zu den Tieren, die unterm Tisch warten, tröpfelt. Wie müssen sich die Erfinder dieses Blödsinns gefreut haben, als ihnen dieser Schwachsinn auch noch geglaubt wurde! So wurde aus Wissenschaft Religion und natürlich Nobelpreis!

So bekommt die Elite nach der Sahne, auch noch das oberste Häubchen serviert und das auf Kosten des Gemeinwohls. Guten Appetit!

Doch wie bekommen wir es hin, das alle Nichteliten ein Klassenbewusstsein entwickeln? Natürlich wird es uns schwer gemacht – es ist kein Zufall, das immer mehr Menschen prekär beschäftigt sind, oder gar keine Arbeit haben, oder aufstocken, heißt, das sie zum Lohn, der niedrig ist, vom Staat einen Zuschuss erhalten, oder Hartz 4 Empfänger sind, oder, oder, oder. Immer mehr Menschen können von Ihrer Arbeit nicht leben, von daher werden zwei Einkommen benötigt, um einigermaßen über die Runden zu kommen.

Mit anderen Worten, die meiste Kraft, wird für das Überleben abgeschöpft, so das es für das Bilden eines Klassenbewusstsein fehlt. Das System arbeitet auf allen Ebenen mit der Vereinzelung, damit kein gefühltes Gemeinwohl entstehen kann. Zahlen aus der Statistik belegen, das es Städten Singlehaushalte steigen. Wenn wir wüssten, wieviele wir sind, die das gleiche Schicksal trügen, änderte sich sofort was. Das war auch einer der Gründe, warum der Senat, des antiken Roms, sich gegen die Kenntlichmachung von Sklaven ausgesprochen hatte, weil ansonsten offenkundig gewesen wäre, wieviele Sklaven und wie wenig Herren es gab. Kluge Entscheidung einer elitären Gruppe!

Die heutige sog. Elite entscheidet ebenso, wie es der antike Senat tat und setzen noch einen drauf. Sie haben es geschafft, das wir sogar gegeneinander kämpfen, in dem wir in kraftraubenden Grabenkämpfe gezogen werden. Viele engagieren sich in Parteien, oder irgendwelchen Vereinen, die nie Einfluss haben werden, aber den Eindruck vermitteln, man würde sich auflehnen und ein Gegengewicht bilden. So gehen Unmengen von Energie verloren, die nicht zum Gemeinwohl beitragen, sondern in immer kleinere Bruchteile aufgesplittert werden – was Du bist ein Linker, was du bist ein CDUler, was Du bist ein Mann, was Du bist eine Frau, ein Christ, ein Moslem, HSV, Bayern, Akademiker, Arbeiter, Banker, Gewerkschaftler, Hartz 4, Hetero, Homo, Gender, sonstwas! Geht ja alles gar nicht!

Elite und Nichtelite

Im Grunde gibt es zwei Gruppen. Die selbsternannte Elite und die Nichteliten. Da die Eliten „superreich“ sind und die Nichteliten, von arm bis überdurchschnittlich gehen, ließe sich sagen, es findet ein Kampf, zwischen Arm gegen Reich statt. Das mag jetzt trivial klingen, doch so einfach sind die Dinge! Es wird behauptet, das das eine zu einfache Wahrheit sei, das die Dinge viel komplexer seien, doch so ist das gar nicht. Kapital auf der Suche nach Dummen und jenen, und das ist das schlimme, die es mit sich machen lassen! An der Stelle steigt Wut in mir hoch, aber ich müsste diese Wut gegen mich selbst richten, weil wir es geschehen lassen – und das ist das magische an dem Zinnober, das wir uns nicht mehr in der Lage wähnen, uns dagegen aufzulehnen. Es wird Zeit den giftigen Stachel aus dem Fleisch der Gleichgültigkeit zu ziehen.

Das Dilemma

Das Dilemma haben die Eliten, da Sie nur als Elite gesehen werden können, wenn andere sich vor ihnen erniedrigen. Ein Monster verliert an Grusel, wenn man sich davor nicht mehr ängstigt und ein Raubfisch flüchtet, wenn einzelne Fische sich zu einem Schwarm formieren. Also, lasst uns den ultimativen Schwarm formieren, der alle Haie nachhaltig vertreibt, denn die einzige elitäre Idee, die wir anerkennen sollten, ist das Gemeinwohl!

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