Wie benebelt ist die öffentliche Meinung?

Von hector haller

Ein guter Zaubertrick passiert mit der richtigen Ablenkung. Ein grelles Licht, ein tiefes Dekolleté, ein lautes Geräusch – ein etwas, das dich ablenkt, damit das, was den Trick erst möglich macht, nicht von Dir erkannt werden kann. Das einzig magische ist, das Wissen, das bei der richtigen Ablenkung, ein Trick funktioniert. Natürlich muss der Zauberer geschickt sein, da für die Durchführung meist wenig Zeit bleibt. Bricht man einen Zaubertrick herunter, so haben wir die Einleitung, die Ablenkung, den Trick, das Ergebnis. Das Ergebnis sind verdutzt aussehende Menschen, die man sagen hört: „das glaub ich nicht!“

Die menschliche Psyche ist schon lange Bestandteil wissenschaftlichen Strebens – es galt, Licht in das Bewusste und Unbewusste zu bringen – man wollte die Mechanismen unserer Schatten verstehen, die uns bewusst und unbewusst beeinflussen und ein bestimmtes Handeln verursachen. Da gibt es bereits so einige Experimente, die uns zeigen, wie leicht wir zu manipulieren sind, wenn nur die richtige Ablenkung eingesetzt wird. Ablenkung bedeutet, das Aufmerksamkeit gezielt und manipulativ eingefordert wird, damit etwas von Statten gehen kann, das nicht wahrgenommen werden soll.

Propaganda

In den 20er Jahren, des letzten Jahrhunderts bündelte Walter Lippman, sozialpsychologische Erkenntnisse in das Buch, „Die öffentliche Meinung.“ Das Buch ist nach wie vor die Bibel journalistischen Arbeitens. Bereits die Erklärung auf Wikipedia mutet komisch an, da hier Propaganda in Reinform beschrieben wird, die auch im dritten Reich von Nazieliten erfolgreich eingesetzt wurden.

Das Buch beschreibt, wie einfach es ist, ein bestimmtes Meinungsbild in der Öffentlichkeit zu prägen, dem vertraut wird, in dem es in verschiedenen Medien Bestätigung findet. Der Journalist arbeitet dabei als Gatekeeper und entscheidet, was die Öffentlichkeit überhaupt zu lesen bekommt.

Die öffentliche Meinung kann aber nur dadurch geprägt werden, was sie zu lesen bekommt – von daher, erkennen wir die außerordentliche Stellung, die von Medienagenturen, Journalisten und Zeitungen ausgeht. Sie bilden das Meinungsspektrum ab, aus der eine Meinung überhaupt erst gebildet werden kann.

Nachtigal, ick hör dir trapsen!

Zeitungen gehören Verlegern, die wiederum zu großen Konzernen gehören. Funke Mediengruppe, Burda Verlag, Axel Springer, Bertelsmann, etc.. Sie alle sind riesige Konzerne, die natürlich nicht nur Medien verbreiten, sondern auch anders geschäftlich aufgestellt sind. Es sind im größten Teil Stiftungen, die zum Einen, durch den Status Stiftung, legal Steuern sparen und zum Anderen, Gesellschaft in bestimmte Richtungen präjudizieren, die natürlich Konzerntauglich sind.

Das Geschäft mit Zeitungen war meines Erachtens noch nie wirklich lukrativ, da ein immenser Aufwand betrieben werden muss, um Zeitung erst möglich zu machen, mit all den Journalisten im Aus- und Inland, die am besten überall gleichzeitig recherchieren. Das ist sehr aufwendig und hat seine Kosten. Doch die Kosten sind natürlich gut angelegt, wenn die öffentliche Meinung dahingehend manipuliert werden kann, das Entscheidungen, wie Privatisierung, Sozialabbau, Deregulierung von Banken, höhere Rüstungsausgaben, Bankenrettung, Autobahnmout, innerer Sicherheit, Kriegseinsätze, Renten sind sicher, Renten sind unsicher, etc., je nachdem, was gerade gebraucht wird, als alternativlos hingestellt werden kann, da andere Ansichten nicht zu lesen sind.

Hier kann man gut und gerne von benebelt sprechen, da es nur einen kleinen Meinungskorridor gibt und alles andere im Nebel der Nichtmeldung verbleibt. Oder denkst Du, das Du aus dem, was nicht gemeldet wird, eine Meinung bilden kannst? Wohl eher nicht!

Medienkompetenz im 21 Jahrhundert bedeutet, selber zu recherchieren, und das möglichst breit gefächert. Man nehme ein bis zwei Mainstreamgazetten, wie Süddeutsche und TAZ, füge eine Prise DLF und/oder ARD hinzu und garniere das Ganze mit Rubikon, RT Deutsch und Al Jazeera, et voila – erhältst Du ein ganzes Meinungspotpurri, das zunächst verstanden werden muss – doch anders geht es nicht mehr.

Mache Dich mit dem Wissen vertraut, dass psychologische Kriegsführung sich als Nachrichten tarnen, nach denen Du Dich richten sollst – so wirst Du immer tiefer in den Kaninchenbau der herrschenden Meinung gezogen. Schaue, wer Dir eine Meinung, dir eine Erklärung verkaufen will und Du erhältst Einblick darüber, wer über dich zu herrschen versucht.

Sie gehen dabei nicht gradlinig vor, sondern platzieren auch Meinungen über Banden. Sie spannen einen Meinungsbogen so weit, damit eine kritische Masse ins Gegenteil schnellt. Sie führen Dich dabei durch einen ganzen Dschungel von Meinungen, bis Du eine bestimmte Haltung eingenommen hast. Der Trick ist die Spaltung der Gesellschaft und dafür ist Ihnen jedes Mittel, jede Ablenkung recht. Wenn Deine Meinung sich im Pool des herrschenden Meinungsspektrum befindet, haben sie Dich eingefangen und Du bist eventuell am rechten, oder linken Rand verortet – das ist dann egal, da Du Dich innerhalb Ihres Spektrums bewegst.

Aus diesem Spektrum kommst Du nur heraus, wenn selber recherchiert wird und Du eine kritische Einstellung gegenüber Nachrichten generell einnimmst. Nachrichten sollen nicht informieren, sondern manipulieren. Sie erzeugen einen Spin, der Dich in eine bestimmte Richtung schubsen, Dich „nudgen“ soll.

Also, bleib Standhaft und prüfe alles – und ich meine wirklich alles!