Struktokratie

Strukturelle Gewalt – eine Weltverschwörung wird nicht benötigt!

von hector haller

Beschaut man offenen Auges die Welt, so erkennt man, dass die Welt von Banken, Konzern- und Finanzeliten beherrscht wird. Das wurde bereits 2012 durch den Soziologen Hans Jürgen Krysmanski in seinem Buch „0,1 % – Das Imperium der Milliardäre“, ausführlich beschrieben.

Zitat Henry Ford: „Es ist gut, dass die Menschen des Landes unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen, denn sonst, so glaube ich, hätten wir noch vor morgen früh eine Revolution!“

Was hat er wohl damit gemeint?

Das Geldsystem

Die meisten Menschen verstehen das Geldsystem nicht – dabei spielt Geld eine weltumspannende Rolle. Geld ist das meistbenutzte Mittel auf Erden und ist nicht mehr wegzudenken. Der Tausch, Geld gegen Ware, hat sich durchgesetzt und gehört zur Normalität auf diesem Planeten. Man hat ein paar Scheine in der Tasche und kann diese gegen Waren eintauschen. Doch wie ist das Geld entstanden?

Wir unterscheiden zwei Sorten von Geld. Das Zentralbankgeld und das sog. Giralgeld. Das Zentralbank Geld wird von einer staatlichen Bank (EZB) geschöpft. Ein kleiner Anteil davon wird als Bargeld zur Verfügung gestellt. Doch egal, ob Zentralbank, oder Privatbank, Geld entsteht als Buchungssatz, als Geld gegen Schuld – man könnte auch sagen, Guthaben gegen Verbindlichkeit. Die Bank schöpft das Geld aus dem Nichts und verschuldet sich dabei selbst, dabei verbucht sie das Geld, als Guthaben und gleichzeitig, als Verbindlichkeit. Ist das Geld zurückgezahlt, so verschwindet der Eintrag, so als hätte es ihn nie gegeben. Der Schuldschein wird zerrissen und verschwindet wieder im Nichts. Natürlich existiert ein Haken – die Bank schöpft das Geld nicht umsonst. Sie erhebt einen Zins auf die geschöpfte Summe. Die Geldmenge, die sich aus der Zinslast ergibt, wird aber nicht mitgeschöpft, d.h., die Menge des zu zahlenden Zinsbetrages fehlt in der Gleichung – doch woher kommt das Geld dafür?

Ein Beispiel:

10 Teilnehmer, leihen sich je 10.000 Euro bei der Bank, zu einem Zinssatz von 5%. Folglich müssen in Summe 100.000 Euro, plus die Zinsen zurückgezahlt werden – doch die 5% Zinslast auf die 100.000 Euro wurden nicht mitgeschöpft. Das Geld dafür ist nicht da. Man erkennt, dass hier weitere Kredite, oder Konkurse/Abschreibungen benötigt werden, damit die Kredite nebst Zinslast zurückgezahlt werden können. Das ist natürlich so gewollt. Daraus erwächst eine Dynamik, die langsam startet und zum Ende alles mitreißt und schlussendlich implodiert.

Causa Exponentialfunktion (Zinseszins)

Am Anfang eines Wirtschaftskreislaufes stellt das kein Problem dar, da die zu zahlenden Zinslasten noch gering sind. Ist das Spiel aber 80-100 Jahre gelaufen, und Kredite lösten Kredite ab, so entstehen riesige Beträge an Zinslasten, da es sich um eine Exponentialfunktion handelt.

Jeder kennt das Beispiel mit dem Schachbrett und den Reiskörnern. Der schlaue Kopf, der das als Forderung gegenüber dem Herrscher gestellt hatte, wurde ein Kopf kürzer gemacht, da es den Ruin des Herrschers bedeutet hätte. Die Reismenge des ganzen Planeten Erde hätte dafür nicht ausgereicht. Jetzt stellt euch die Frage, wer der Herrscher ist und wer der schlaue Kopf.

Giralgeld

Das meiste Geld wird von privaten Banken in Form von Krediten geschöpft. Die Bank selber hat nur einen Bruchteil an Eigenkapital, als eine Art Sicherheitseinlage. Das sind ein paar Prozent gegenüber der geschöpften Geldsumme. Platzen Kredite, so müssen Banken gerettet werden, da sie als Systemrelevant bezeichnet werden, wie wir alle 2009 lernen mussten. Das perfide ist, das es die Staaten waren, also die Bürger, die Steuerzahler, die sich bei den notleidenden Banken verschulden mussten, um diese zu retten. Danach sprach alles von Staatsschuldenkrise. Das nenn ich strukturelle Gewalt. Hier erinnere ich gerne an das Zitat von Berthold Brecht über die Gründung einer Bank.

Causa Commerzbank

Dies wird besonders für die Rettung der Commerzbank deutlich. 2009 lag der Börsenwert der Commerzbank in der Bankenkrise bei 4 Mrd. Euro – sie musste vom Staat mit einer Summe von 16 Mrd. Euro gerettet werden. Dafür hat der Staat Anteile von 25´% von der Bank erhalten. Das nenn ich Mal einen schlechten Deal – auch hier grüßt die strukturelle Gewalt. Wohin die restlichen 12 Mrd. Euro geflossen sind, weiß der Geier.

Kapitalsammelbecken State Street, Vanguard & Black Rock

Banken selbst, sind über Kapitalsammelbecken an allen börsennotierten Unternehmen auf der Erde mehrheitsbeteiligt. Black Rock, State Street, Vanguard, etc., um nur drei der bekanntesten Kapitalsammelbecken zu nennen, verwalten inzwischen zig Billionen an privaten Einlagen. Geld auf der Suche nach Anlage könnte man sagen. Am Ende der „Ausgespieltzeit“ leider nicht mehr so ohne weiteres möglich. Es fehlt Geld für Investitionen, obwohl das Gesamtsystem mit Geld überflutet ist. Das Geld befindet sich aber leider nicht im Blutkreislauf, sondern einzig und allein in einem einzigen Organ – das bereit ist, zu platzen – und jetzt platzt es!

Platzt ein Organ, so ist der gesamte Organismus gefährdet. Der Organismus, den wir Wirtschaft nennen, wird dabei draufgehen. In den letzten 30 Jahren standen wir schon öfter an dieser Schwelle, doch wurden immer wieder lebensverlängernde Maßnahmen ergriffen, wie Gelddruckmaschine, Helicoptergeld, Schaffung von Negativzinsen, Bankenrettung, Bad Banks, Konjunkturprogramme, usw.. Doch das ist jetzt vorbei. Das System muss kollabieren, damit ein neues Spiel etabliert werden kann.

Demokratische Schutzmechanismen

Ihr könnt euch vorstellen, wer die Verlierer einer solchen Krise sein werden, oder schon sind. Verlierer sind all jene, die keine Wertanlagen besitzen, die gegen Geldentwertung, Weltwirtschaftskrisen, oder Währungsreformen gefeit sind – und wer, drei Mal dürft ihr raten, verfügt über ausreichend solche Anlagen. Ein kleiner Tipp: Der normale Bürger tut das nicht!

Es handelt sich hier um keine Neiddebatte, sondern um die Kenntlichmachung struktureller Gewalt, die den Globus im Würgegriff hält – und das auf ganz vielen Ebenen, wenn nicht sogar auf allen Ebenen soziokulturellen und gesellschaftspolitischen Handelns. Hier sind Schutzmechanismen einzubauen, die das Allgemeinwohl und den einzelnen Menschen gegenüber jeglicher Willkür, ob vom Staat, von Regierungen, oder von NGOs, schützen. Das Grundgesetz liefert dafür bereits eine gute Vorlage – es müsste lediglich etwas verfeinert werden, damit niemand und nichts es je wieder aushebeln kann.

Dafür sollten die Bürger dieses Landes geschlossen einstehen.

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