von AFD bis Fachkräftemangel.

von hector haller

Umbau Deutschlands

Deutschland steckt in einer Bildungsoffensive – so sollen immer mehr Kinder Abitur machen. Das klingt natürlich gut, da in einem Land ohne Rohstoffe, der Bildungsgrad der Menschen eine enorme Bedeutung hat. Was man aber seit Jahren hört, ist, das der Grad an Bildung in Deutschland rapide abnimmt und trotzdem machen immer mehr Kinder Abitur.

Hauptschul- und Realschulabschlüsse nehmen ab und mit ihnen auch handwerkliche Lehren. In den Medien lesen wir indes vom Fachkräftemangel. Auf deutschen Baustellen ist zum größten Teil der Balkan vertreten und lediglich Bauleiter, oder Poliere stammen noch vom deutschen Handwerk. Hier geht es nicht um Ausländerfeindlichkeit, sondern um eine lang angelegte Strategie, Realitäten für eine Politik zu schaffen, so als entspringe sie aus einer natürlichen Folge. So nach dem Motto, Globalisierung hat eben ihre Konsequenzen! Für das Abwandern von Fachkräften gibt es ein Fachwort, man spricht vom Braindrain, wenn Fachkräfte Ihre Heimat verlassen, um Ihr Knowhow im Ausland gewinnträchtig einzusetzen. Das sie damit im eigenen Land fehlen, ist wohl einfach nur Schicksal!

Das sind gewollte Schachzüge eines perfiden Machterhaltungsspiels. Gehen Fachkräfte in einem Land zur Neige, so sind diese aus dem Ausland zu rekrutieren.

Agenda 2010

Mit der Agenda 2010 wurde in Deutschland ein Niedriglohnsektor geschaffen, der die Menschen immer mehr vom Staat abhängig gemacht hat. Sie erhalten Zuwendungen vom Staat, da der Lohn für Ihre Arbeit so gering ist, das dieser aufgestockt werden muss. Im Grunde verstösst dieser Umstand gegen Artikel 1 des GG, die Würde des Menschen ist unantastbar. Verdient der Mensch in seiner produktivsten Zeit, von 20-50, zu wenig und kann dadurch keine Rücklagen für seine Rente schaffen, so ist er im Rentenalter wieder vom Staat abhängig. Im Grunde sollte ein Staat genau gegenteilig handeln, wenn er einer möglichen Radikalisierung entgegenwirken möchte. In Deutschland passiert genau das Gegenteil.

Fachkräftemangel

Der Mittelstand wird runtergefahren – das erkennen wir daran, das immer weniger ausgebildet wird. Handwerksbetrieben fehlt der Nachwuchs, was den Fachkräftemangel zur Folge hat. Ausbildungsplätze gehen zurück und Studienplätze nehmen enorm zu. Der junge Erwachsene soll also studieren und keine handwerkliche Ausbildung machen. Warum?

Handwerk in Deutschland hat eine jahrhundertealte Tradition. Die Lehre sollte den jungen Menschen vom Gesellen zum Meister ausbilden. Es geht um Tradition und um Wertschätzung seiner Zunft – und manchmal trifft man auf solche Handwerker und versteht was damit gemeint ist.

Sie bekommen keinen Handwerker mehr für kleinere Reparaturen am Haus, können aber mit fast jedem Taxifahrer in höchste philosophische Debatten verfallen. Die Entwicklung ist über allen Maßen bedenklich, wenn man an den Sozialstaat Deutschland denkt. Ein Sozialstaat benötigt einen starken Mittelstand, um die sozial schwächeren unterstützen zu können. Geht der Mittelstand zurück muss der Sozialstaat auch zurückgefahren werden.

Wo ist die Links Partei?

Im Grunde müsste die Links Partei enormen Zulauf haben, da sie einer der letzten Parteien ist, die sich um die sozial schwächeren Gesellschaftsschichten bemüht. Mindestlohn, höhere Steuern für Reiche, Finanztransaktionssteuer, Erbschaftssteuer, etc., und Entlastung für die unteren Einkommen. Eine Forderung für die längst überfällige Umverteilung von reich zu fleissig. Arbeiten tun die unteren Einkommensschichten.

Die meisten Menschen in Deutschland partizipieren nicht vom Wohlstand und gehören zu den Zinsverlierern. Mit Zinsverlierer sind Menschen mit geringen Geldvermögen gemeint, die keine positiven Zinseinnahmen generieren, sondern überall, sei es bei den eigenen Schulden, als auch bei allen anderen Produkten Zinsen zu zahlen haben.

Mit Verwunderung stellt man fest, das in den einkommensschwachen neuen Bundesländern überdurchschnittlich viel AFD gewählt wird. Hier müsste eigentlich die Links-Partei stärkste Kraft sein, da sie sich um die Belange der Menschen in der Region bemüht. Die AFD steht für den neoliberalen Weg.

Wie konnte sich die AFD in den neuen Bundesländern so durchsetzen? Die AFD wird als Protestpartei betrachtet. Keine Partei, keine Zeitung, oder Fernsehsender haben etwas positives über die AFD zu berichten – im Gegenteil sogar, die AFD wird regelrecht dämonisiert und dadurch gestärkt.

Auch den Menschen im Osten wird übel mitgespielt, in dem sie als rechts, ewig gestrig, als Pack, demokratiefern, oder als Ratten bezeichnet werden. Mir kommt es so vor, das hier Minus und Minus, Plus ergeben soll. Die Menschen in den neuen Bundesländern werden regelrecht in die AFD gedrängt, um die Linke Kraft im politischen System zu schwächen. So meine These. Und leider geht die Rechnung auf. Hier wird über Bande eine Partei gestärkt, um systemerhaltend zu wirken. Welche Erneuerung sollen wir von dieser Partei erwarten – keine! Meines Erachtens, ewig alter Wein in nur dann doch nur alten Schläuchen.

Die AFD nutzt die Zerrissenheit in der Gesellschaft, die von langer Hand angelegt worden war, durch Schwächung des Mittelstandes, Abhängigkeit des Niedriglohnsektors vom Staat, selbstgeschaffenen Fachkräftemangel, Abbau des Sozialstaates, etc.. All die Faktoren zerreißen unsere Gesellschaft und stärken Parteien mit reisserischen Parolen. Die AFD wird das Ruder nicht rumreißen, sondern noch schneller gegen die Wand steuern. Hier kann man nur hoffen, so frei nach Goethes Faust, das die AFD zu jener Kraft gehört, die stets das Böse will und doch das Gute schafft. Ich hoffe, das sie dazu anregt das die Menschen erwachen, das perfide Machtspiel, das schon viel zu lange herrscht, zu durchschauen.

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